AVA
Die drei Buchstaben AVA stehen für „American Viticultural Area“, also für das amerikanische System zur Herkunftsbezeichnung für Weinregionen. Laut aktuellem Stand von 2024 gibt es 276 AVAs in 34 Bundesstaaten. Über die Hälfte (156 AVA) allein in Kalifornien. Dem U.S. Alcohol and Tobacco Tax and Trade Bureau (TTB) obliegt die Festlegung und Kontrolle dieser geschützten Ursprungsbezeichnungen.
AVA ist wie AOC, DOC oder DOQ – nur anders
Im Gegensatz zum französischen Vorbild AOP (formerly known as AOC und ausgeschrieben Appellation d‘origine protegée ), das fast immer auch Beschränkungen für Rebsorten, Erträge und Vinifizierung enthält, ist eine AVA in Amerika oft rein geographisch definiert. Die Größe variiert dabei enorm, von der unglaublichen Upper Mississippi River Valley AVA, die sich über 77.000 km2 und die vier Bundesstaaten Illinois, Iowa, Minnesota und Wisconsin erstreckt. Bis zu den gerade einmal 24 Hektar der Cole Ranch AVA im kalifornischen Mendocino County.
Mit der Augusta AVA wurde 1980 in Missouri die allererste Appellation eingerichtet, seit 1983 existiert eine für alle Staaten verbindliche Lösung. Um auf dem Etikett vermerkt zu werden, müssen mindestens 85 % der Reben aus der bezeichneten Region stammen. Wird auch die Rebsorte genannt, muss sie 75 % des Weins ausmachen. Weitere Einschränkungen bestehen meist nicht.
California über alles
Auch wenn die erste aller AVAs nicht in California entstand – liegt doch mehr als die Hälfte aller AVA in der Wiege des amerikanischen Weinbaus. Gemäß dem eigenen Anspruch als vinologische Speerspitze der USA sind hier auch die Ansprüche strenger. Appellationen wie Napa Valley oder Sonoma County genießen deshalb auch einen ähnlich exzellenten Ruf wie die besten Appellationen in Europa – insbesondere, wenn die Weine von Spitzenbetrieben wie Matthiason, Arnot Roberts oder Hanzell stammen.
Aber auch Weine aus Oregon wie die von Seth Morgen Long aus AVAs dem Williamette Valley brauchen den Vergleich mit den Granden Europas nicht zu scheuen.