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Chasselas a.k.a. GutedeI

Eine Unzahl von farblichen und geschmacklichen Varianten, ebensoviele internationale Synonyme und zahlreiche auf dem Chasselas beruhende Neuzüchtungen sind klare Indizien für das hohe Alter der weißen Rebsorte, die unter den Namen Gutedel auch in Deutschland, vor allem im Markgräfler Land in Baden, verbreitet ist.

Lange Zeit vermutete man die Ursprünge des Chasselas im Orient. Aufgrund von großer Ähnlichkeit mit alten, antiken Zeichnungen wurde eine Herkunft aus Ägypten vermutet, andere Quelle sprachen von einem Anbau im Jordantal sogar schon vor rund 8.000 Jahren. Umfangreiche DNA-Untersuchungen ergaben 2009 allerdings recht klare Belege für eine andere Hypothese: nämlich die Entstehung der Sorte in der Region um den Genfer See. Von dort hat der Chasselas jedenfalls seinen Weg nach Baden gefunden. Zuerst als Geschenk des savoyischen Prinzen Eugen an den Badener Marktgrafen Ludwig Wilhelm I. Dessen Begeisterung für das Wesen der Chasselas-Weine („gut“ und „edel“) soll dann für das deutsche Synonym gesorgt haben. Auch, wenn schon in älteren Quellen aus dem 16. Jahrhundert die von einer „Edeldrauben“-Rebe die Rede ist. Endgültig für seine Verbreitung gesorgt hat dann Ludwig Wilhelms Nachfahre Friedrich, der im Jahr 1780 neue Setzlinge vom Genfer See einführte und den Anbau der Sorte propagierte.

In seiner Heimat der Schweiz wird der Chasselas zum Teil auch Fendant genannt – so, wie der vor allem im Kanton Wallis aus ihm produzierte, ursprungsgeschützte Wein. Der Name spielt auf die Tatsachen an, dass die Beeren der Rebsorte nicht platzen sondern sich spalten, wenn man sie zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrückt. Chasselas ist mittelaustreibend, aber früh reifend, dazu ertragreich. Leider ist er aber auch anfällig für eine Vielzahl von Rebkrankheiten wie Kleinbeerigkeit (a.k.a. Millerandage), Chlorose, Esca oder Phomopsis (a.k.a. Schwarzfleckenkrankheit).

Als Gutedel findet sich die Sorte sowohl in Cuvées – beispielsweise als eine der Hauptsorten im elsässischen Edelzwicker oder im klassischen Wiener Gemischten Satz – als auch reinsortig ausgebaut. Oft liefert er eher einfach strukturierte Weine von gelbgrüner Farbe, in den Händen von Spitzenwinzern, auf geeigneten Böden und bei entsprechender Ertragsbeschränkung entstehen aber auch sehr gute bis hervorragende Qualitäten, die sich nicht selten durch ein feines Mandelaroma auszeichnen.