Muschelkalk
Der Muschelkalk entstand durch Sedimentation von Muschelschalen in der mittleren, maritimen Phase der Trias, als weite Teile Europas von einem Meer bedeckt waren. Sein relativ hoher pH-Wert sorgt bei Weinen für frische Säure, seine Spurenelemente für Finesse. Den Weinen wird auch die viel besungene Mineralität nachgesagt.
Kalk im Boden heißt Säure im Wein
Es klingt im ersten Moment wie ein Paradoxon: Reben, die auf kalkhaltigen, eher alkalischen Böden wie dem Muschelkalk wachsen, produzieren besonders viel frische Säure. Die Erklärung: Die Pflanzen versuchen so, einen Ausgleich zum hohen pH-Wert ihres Habitats zu schaffen. Viele Champions League Weinregionen profitieren von diesem Effekt, sei es Burgund, Champagne, Loire oder auch das Elsass in Frankreich, sei es die Obermosel, Württemberg, insbesondere aber Franken in Deutschland.
Muschelkalk – Exzellenz durch Kargheit
Reiner Muschelkalkboden ist meist karg, er verwittert durch seine Härte nur langsam und speichert Wasser deshalb nicht besonders gut. Für Reben bedeutet das, dass sie sehr tief Wurzeln müssen, um an Wasser und die lebensnotwendigen Nährstoffe zu kommen. Diese Mühe wird allerdings belohnt – durch viel Mineralik und jene ganz spezifische Würze, die so fast nur auf Muschelkalk entsteht.
Ein Stein aus Muschelkalk
Eine der vermutlich berühmtesten Muschelkalk-Lagen ist der Würzburger Stein. Die drei großen historischen Würzburger Weingüter – Bürger- und Juliusspital, der Staatliche Hofkeller – haben dort die größten Anteile, aber auch kleinere und jüngere Betriebe, wie unser Frankenliebling, das Weingut am Stein.