Naturwein
Es gibt viele strittige Definitionen von Naturwein, aber keine verbindliche. Weil es keinen rechtlichen Rahmen dafür gibt. So ist auch die Liste an benutzten Synonymen lang: Naked Wine oder Natural Wine, Vin naturel oder Vin vivant. Von den vielen Begriffen für Naturwein gefällt uns Minimal Intervention Wine oder Low Intervention Wine aber besten. Weshalb wir dem Begriff auch einen eigenen Eintrag spendiert haben. Dazu gibt es privatwirtschaftliche Verbände, die wiederum eigne teilweise geschützte Begriffe verwenden. Zum Beispiel Vin SAINS oder Raw Wine.
Naturwein heißt so wenig Eingriffe wie möglich.
Der Kern, den alle diese Begriffe gemeinsam haben, ist die Philosophie, so wenige wie irgend möglich in den Wandlungsprozess vom Traubenmost zum Wein einzugreifen. Moderne Kellertechnik mit ihren vielfältigen technischen und chemischen Hilfsmitteln ist tabu. Spontangärung ist da selbstverständlich – aber ob jetzt überhaupt nicht geschwefelt wird oder zur Füllung doch eine geringe Menge dazukommt, oder der Wein hefetrüb auf die Flasche kommt, oder durch Abziehen geklärt wird ist nicht verbindlich. Biologisch-organischer oder biodynamischer Anbau werden oft vorausgesetzt. Eine Zertifizierung ist jedoch keine Pflicht.
Naturwein und Orange Wine, was ist der Unterschied?
Im Gegensatz dazu ist der ebenfalls oft synonym benutzte Orangewein etwas ganz Anderes. Hier gibt es ein eindeutiges Kriterium: Orange wird’s immer dann, wenn Weinweintrauben eine Maischegärung auf den Schalen durchlaufen. Also wie Roweine vergoren werden. Daher die Farbe. So sind einige weiße Naturweine eben Orange, aber nicht automatisch umgekehrt. Ende der Durchsage. Auch dazu findet sich hier im Glossar mehr an anderer Stelle.