Sommelier
Seit dem 17. Jahrhundert ist der aus dem Französischen stammende Begriff Sommelier mit dem Einkauf und der Lagerung von Weinen verbunden. Damals noch für wohlhabende, meist adelige Haushalte. Seit dem 18. Jahrhundert bezog er sich dann auch auf die Gastronomie. Mund- bzw. Weinschenk ist die vermutlich treffendste deutsche Übersetzung, die jedoch heute völlig aus unserem Sprachgebrauch verschwunden ist. Geprüfte Sommeliers (IHK) kennen sich nicht nur mit Wein aus, sondern auch mit Spirituosen, Bier, Kaffee, Saft, etc. Das Foodpairing mit allem Flüssigem ist wichtig, darüber hinaus auch Zigarren-Service.
Sind wir nicht alle ein bisschen Sommelier?
Man könnte es fast glauben. Denn geschützt ist die Bezeichnung nicht – und so finden sich heute neben vielen gut ausgebildeten seriösen Sommeliers auch Träger:innen dieses Titels, die schon beim sachgemäßen Gebrauch eines Kellnermessers an die Grenzen ihrer Möglichkeiten stoßen.
Mehr noch: der Titel wird inzwischen ähnlich beliebig benutzt wie bei den berufsrechtlich ebenfalls ungeschützten Designern. Und so tummeln sich neben den klassischen Sommeliers – die übrigens im Restaurant bei weiten nicht nur für Wein zuständig sind – Programme für Bier-, Brot-, Wasser-, Milch-, Obst und Gemüse-, Gewürz- und Fleisch-Sommeliers auf dem lukrativen Markt der beruflichen Fortbildungen.
Nur die Prüfung macht den Meister
Im Gegensatz dazu gibt es einen Master Sommelier-Titel, der das Bestehen einer Prüfung voraussetzt, die zu den härtesten der Branche gehört. Und weil dieser Titel für uns bei Wein am Limit eine ganz besondere Bedeutung hat, haben wir ihm einen eigenen Eintrag spendiert.
Woher kommt eigentlich der Begriff "Sommelier"?
Das französische Wort „sommelier“ stammt ursprünglich vom altgriechischen Wort „sagma“ (σαγμα), das so viel wie „Packsattel“ oder „Last“ bedeutet. Im Lateinischen wurde daraus „sagma“ (Tasche, Packsattel), später im Französischen zu „somme“ weiterentwickelt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Bedeutung des Wortes. Der sommelier war zunächst für die gesamte Logistik und den Transport von Vorräten verantwortlich, was später auf die Verwaltung und Auswahl von Wein und anderen Getränken spezifiziert wurde. Diese Veränderung geschah insbesondere im 17. Jahrhundert, als die Aufgabe des Sommeliers an den französischen Höfen immer mehr mit der Weinauswahl und -beratung assoziiert wurde; im Laufe der Zeit entwickelte sich die Bedeutung des Wortes weiter.