In den Adelaide Hills wurde 1836 der wahrscheinlich erste Weinberg Australiens von einem Siedler gepflanzt. John Barton Hack hatte sich beim Zwischenstopp auf der Route von England nach Australien in Kapstadt Syrah- und Grenache-Stöcke gekauft und sie dann bei der Ankunft in den Chichester Gardens in North Adelaide gepflanzt. Allerdings wuchs die Stadt so schnell, dass er sie 1840 wieder ausgrub und sie in der Nähe des Mount Barker anpflanzte, der ebenfalls in den Hills liegt. Tatsächlich hat sich die Stadt immer weiter ausgedehnt, sodass auch der berühmte Magill Estate, wo Dr. Christopher Rawson Penfold 1842 die ersten Reben pflanzte, heute ebenfalls eingemeindet ist. Weitere Weinberge folgten, darunter Auldana im Jahr 1844. Arthur Hardy pflanzte am Mount Lofty, John Bakers bekannter Morialta Vineyard entstand in Norton Summit. Einen der wichtigsten Einflüsse auf die koloniale Weinherstellung in den Adelaide Hills hatte damals Edmond Mazure, der in Frankreich als Winzer ausgebildet worden war, 1884 von Sir Samuel Davenport in Beaumont eingestellt wurde und anschließend auf dem Weingut Young's Kanmantoo und den Auldana Vineyards arbeitete, wo er Pionierarbeit für die Méthode traditionelle und den Sparkling Burgundy leistete – einen einzigartigen australischen Rotweinstil aus roten Trauben mit roter Farbe, aus dem sich dann der Sparkling Shiraz weiterentwickelt hat.
Die Adelaide Hill blicken also auf die längste Weinbaugeschichte in Australien zurück. Sie umfasst allerdings deutliche Höhen und Tiefen. 1802 erhielt der mit 710 Metern höchste Punkt der Hills vom englischen Kapitän Matthew Flinders, der den Kontinent umsegelte und in Teilen kartografierte, den Namen Mount Lofty. Ursprünglich hieß er zusammen mit dem benachbarten Hügel Yuridla, was in der Sprache der dort ansässigen Kaurna „Zwei Ohren“ bedeutete; denn die Aborigines bezeichnen die beiden Bergspitzen als Teil des Körpers eines Ahnenwesens namens Nganu. Erst 1831 bestieg der erste Europäer den Hügel – sechs Jahre vor der Gründung Adelaides. Neben Engländern, Schotten, Iren und Walisern kamen auch immer mehr deutsche und darunter auch schlesische Auswanderer, meist verfolgte Lutheraner, die die noch heute existierenden Orte Hahndorf und Lobethal gründeten. Bis ins Jahr 1900 ging’s dem Weinbau richtig gut, und es gab etwa 225 Betriebe. Doch als im Jahr 1900 die Steuererleichterungen für den Export ins englische Königreich abgeschafft wurden und zunehmend Portweine statt frischer Adelaide-Hills-Weine verlangt wurden, kam der Weinbau nahezu zum Erliegen. Zwar wurde an einigen Stellen noch Wein angebaut, doch in der Menge war das nicht mehr der Rede wert. Der Weinbau kam erst in den 1970er und 1980er wieder Jahren zurück, als Leigh und Jan Verrall 1971 einen ersten neuen Weinberg anlegten und Brian Croser im Jahr 1976 Petaluma gründete. Es folgten Leute wie Tim Knappstein oder Prue und Stephen Henschke sowie die Masters of Wine Michael Hill Smith und Martin Shaw, die das Potential erkannten. Es war eine Zeit des Aufbruchs, in der die ersten Winzer sich vom Blockbuster-Stil abwandten und damit begannen, elegante Weine zu erzeugen. Damals wurden auch die ersten Reben für die Schaumwein-Erzeugung gepflanzt. Neben Tasmanien gelten die Adelaide Hills als das beste Gebiet für die Schaumweinerzeugung. Schließlich ziehen sich die Weinberge dort bis auf 550 Meter hoch, und es regnet vergleichsweise häufig.
Neben Schaumweinen und präzisen Pinots und Chardonnays boomen Riesling und Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und der sogenannte Cool Climate Shiraz auf rund 3.100 Hektar. Tatsächlich ist es für Australien völlig ungewöhnlich, dass der Sauvignon Blanc mit 30 % vor Chardonnay mit 25 %. die wichtigste Rebsorte in der Appellation Adelaide Hills ist. Es folgen Pinot Noir, Pinot Grigio und Shiraz. Und wenn es in Australien einen Hotspot für Natural Wines oder Low Intervention Wines gibt, dann sind es die Adelaide Hills und nicht zuletzt die dortigen Basket Ranges, die Heimat von Ochota Barrels. Heute gibt es in den Adelaide Hills wieder mehr als 90 Weingüter und sogar eine Genossenschaft.