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WEIN AUS DER SCHWEIZ 

Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist ein Land der Superlative. 48 Viertausender, 3.350 Gipfel über 2.000 Meter und ein föderalistisches System, das so komplex ist, dass man vier Amtssprachen braucht, um sich über das Wetter zu streiten. Doch während die Welt bei der Schweiz an Taschenmesser, Uhren, Schokolade und diskrete Bankkonten denkt, übersehen viele etwas Wichtiges: Den Wein. Mit knapp 41.000 km² ist das Land zwar überschaubar, aber weintechnisch eine absolute Großmacht. Zumindest im Eigenverbrauch.

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Seit der Römerzeit

Der Weinbau in der Schweiz ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon die Römer wussten: „Ubi bene, ibi patria“. Wo es guten Wein gibt, da lässt es sich leben. Sie pflanzten die ersten Reben bei Basel. Die Zisterziensermönche bewiesen im Jahr 1142 besonderen Weitblick, als sie am Genfersee die ersten Terrassen anlegten. Heute ist die Appellation Dézaley Weltkulturerbe, aber damals war es wohl eher der Versuch, beim Arbeiten am Hang nicht den Halt zu verlieren.   

Nach einem goldenen Zeitalter mit über 35.000 Hektar Rebfläche im 19. Jahrhundert kam die Reblaus und vermieste die Party. Heute hat sich die Fläche bei etwa 14.600 Hektar stabilisiert. Klein, aber oho.  

Weinbau als Extremsport  

Wer in der Schweiz Wein anbaut, braucht keine Turnschuhe, sondern Bergstiefel: 58% des Landes sind Gebirge. Im Wallis findet man auf 1.400 Metern Höhe den wahrscheinlich höchstgelegenen Weinberg Europas. Das ist fast schon Alpinismus. In 17 von 26 Schweizer Kantonen wird Weinbau betrieben; diese sind diese in 6 Regionen gruppiert: 

 1. Wallis: Das größte Weinbaugebiet der Schweiz 

 2. Waadt: Bekannt für seine steilen Terassen am Genfer See 

 3. Genf: Ein innovatives Gebiet mit hoher dichte an Weingütern 

 4. Tessin: Die Heimat des Schweizer Merlots mit italienischem Flair. 

 5. Drei-Seen-Land: Eine kantonsübergreifende Region (Neuenburg, Bern, Freiburg, Waadt, Jura). 

 6. Deutschschweiz: Weltklasse in Rot. Es regiert der Spätburgunder. 

 Graubünden. Klein und fein. 

Wenn die Schweiz das Geheimnis ist, dann ist Graubünden der Hochsicherheitstrakt. Auf gerade einmal 421 Hektar wächst Qualität auf internationalem Top-Niveau. Eine Fläche, die manche Übersee-Güter als Vorgarten haben. Allein 300 Hektar nimmt der Pinot Noir ein. Hier, im „Klein-Burgund“ der Alpen, ist Mengenproduktion keine Option. Wer hier Wein anbaut, entscheidet sich für den harten Weg. Steillagen, Handarbeit, das Diktat der Natur.Die Familie Fromm steht exemplarisch für die Weltklasse dieser AOC. Wir freuen uns, das Büdner Weingut in unseren Reihen zu haben. 

Fazit: Die Statistik des Schweigens 

 Warum kennt kaum jemand jenseits der Grenzen Schweizer Wein? Die Antwort ist simpel. Die Eidgenossen behalten ihn für sich. Von den jährlich produzierten 922.000 Hektolitern verlassen gerade einmal 2 % das Land. Die restlichen 98 % werden direkt vor Ort genossen. Der Durst ist so groß, dass die eigene Produktion hinten und vorne nicht reicht. Tatsächlich müssen 65 % des konsumierten Weins importiert werden. Die Schweizer trinken also ihren Nachbarn den Wein weg, rücken aber selbst keinen Tropfen heraus. 

Schweizer Wein ist das Phantom der europäischen Weinwelt. Er ist da, er ist fantastisch, aber man sieht ihn nie im Supermarktregal, weder in Berlin, Paris oder Rom. Auch im Fachhandel ist er rar. Wer ihn probieren will, muss fast immer in die Schweiz reisen und sich unter die Einheimischen mischen.