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Château D'Arlay

Jura, Frankreich

Region

Jura, Frankreich

Empfehlung aus dem Dreisterner 

Es gibt Glückmomente im Leben eines Weinhändlers. Bei einem Trip nach Paris Anfang 2017 und einem langgehegten Wunschbesuch im weltberühmten  Drei-Sterne-Restaurant l’Ambroisie*** fiel das Auge auf einen „relativ moderat“ (das heißt hier was!) kalkulierten 2001er Vin Jaune von Château d’Arlay. Ein unfassbarer Wein, der in der Karaffe immer traumhafter wurde und problemlos mit den unterschiedlichen Gängen, insbesondere dem gerösteten Bresse-Huhn, harmonierte. Da uns die Weine schon häufiger positiv aufgefallen waren, folgte spontan eine Anfrage beim jetzigen Schlossherrn Comte Alain de Laguiche, die prompt eine positive Resonanz fand. Seitdem darf „Wein am Limit“ diese grandiosen Weine aus dem gehypten Jura in Deutschland exklusiv verkaufen. Das Besondere an ihnen ist, dass sie manche unter einer cremigen dünnen Schicht aus Florhefe reifen und dadurch eine an Manzanilla­ oder Fino Sherry erinnernde Note annehmen, zwar wesentlich dezenter, aber mindestens genauso aufregend.

1500 Jahre Familientradition

Es gibt eine Menge exzellenter junger Winzer die auf den 1800 Hektar Weinbergen der Prestige-Region aufsehenerregende Weine füllen, doch Château d’Arlay ist eine Legende. Seit 1500 (!) Jahren im Familienbesitz, ist nun Pierre-Armand am Ruder. Das Weingut besitzt 25 Hektar, darunter einige sehr alte Weinberge (im Schnitt 50 Jahre), einen traditionsreichen Fasskeller aus dem 17. Jahrhundert und liegt sehr günstig an der Grenze der Bresse-Ebene zum höheren Juragebirge mit südlicher Ausrichtung, die vor den kalten Nordwinden schützt. Die Durchschnittserträge liegen bei 30 Hektoliter pro Hektar. Herbizide sind hier seit jeher ein Fremdwort. Und so ist es nur logische konsequenz, dass die Domaine heute ein Bio-Siegel schmückt.

Richtung Zukunft

Der mergelige Boden besteht aus Kalkstein mit fossilen Einschlüssen, obwohl nicht organisch zertifiziert, wird in vielen Punkten in dieser Richtung gearbeitet. Diese natürlichen Vorraussetzungen sind der Grundstein für einen Grand Cru, der unter Kennern einen Ruf wie Donnerhall besitzt. Château d’Arlay gehört zu den traditionsreichen Gewächsen einer europäischen Weinkultur, die unverwechselbar und einzigartig ist. Verankert in jahrhundealter Tradition, mit dem Blick aber stets der Zukunft zugewandt. Episch auf allen Ebenen!

Die Region: Jura

Nahe der Grenze zur Schweiz liegt das Anbaugebiet Jura im Osten von Frankreich. Auf uralten Kalkböden wachsen Chardonnay und Pinot Noir, aber auch autochthone Rebsorten wie Savagnin und Trousseau. Während das Gebiet lange vom Ruf des berühmten Vin Jaune zehrte, der wie ein Fino Sherry unter der Florhefe reift, hat es sich in neuerer Zeit mit Weinen einen Namen gemacht, die über eine einzigartige, terroirbetonte Stilistik verfügen. Weine aus Arbois, Château-Chalon, Côtes du Jura, Crémant du Jura und L’Etoile sind mittlerweile schwer zu finden.

Vin Jaune: "Ouillage" oder "Non Ouillage", das ist hier die Frage

Der Wein aus der Rebsorte Savagnin reift sechs Jahre und drei Monate unter der Florhefe. Die Florhefe kennt man sonst vom Fino Sherry, hier wird aber nicht aufgespritet, also Alkohol zugegeben. Während dieser Reifezeit verdunsten bis zu 40% des Weines und der Winzer muss entscheiden, ob er diesen ‚Schwund‘ wieder auffüllt (ouillage) oder darauf verzichtet (non ouillage). Nach der Lagerung wird der Vin Jaune in die traditionelle Clavelin-Flasche abgefüllt, die 620 ml fasst anstatt der üblichen 750. Die ungewöhnliche Größe hängt mit der Verdunstung des Weines zusammen. Geht man von einem Liter Weines vor der Reifung aus, dann bleiben nach der Reife nach etwa 620 ml.