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Swartberg Wingerde

Olifants River, Südafrika

Region

Südafrika, Olifants River

Der große Traum

Rüdiger ist ein Träumer. Einer, der seinen Traum wahr gemacht hat und jetzt lebt. Den vom eigenen Wein von eigenen Weinbergen. In Südafrika bedeutet dies, eine Farm zu besitzen. Die hat er heute. Eine mit 1000 Hektar Fläche, von denen gerade mal 3 Hektar mit Reben bepflanzt sind. Verkauft hat ihm die Farm Dr. Jurgens Hanekom, als er mit 84 Jahren in Rente ging. Kennengelernt hat ihn Rüdiger 18 Jahre vorher. Jetzt heißt sie Swartberg Wingerde. 

Ein Leben für den Wein

Rüdigers mehr als 20 jährige Karriere im südafrikanischen Weinbau ist gespickt mit illustren Stationen. Er war Winemaker bei Boekenhoutskloof, Kellermeister bei Krone und Reyneke Wines. Er hat quasi sein halbes Leben nach der perfekten Gelegenheit für seinen eigenen Wein gesucht. Für Boekenhoutskloof war er in Piekenierskloof auf der Suche nach geeigneten Grenache Anlagen für das Chocolate Block Project und fand unter anderem die Weinberge auf dem Swartberg. Es war Liebe auf den ersten Blick. Für den poetischen, emotionalen Menschen Rüdiger Gretschel ein Glücksfall. Bei vielen Besuchen vor Ort freundete er sich mit dem damaligen Besitzer Dr. Jurgens Hanekom an. 

Off-Grid

Heute macht er Wein am Rand der Zivilisation auf über 600 Metern Höhe. Auf dem Swartberg gibt es keinen Strom und keinen Handyempfang. Dafür warme Tage und kühle Nächte, was die Traubenreifung begünstigt. Nachmittags kommt der Nebel, der ebenfalls seinen Teil zu einem kühleren Klima beiträgt. Wie der nahe, nur 80 Kilometer entfernte Atlantik. Hier oben ist es so karg und windig wie urtümlich schön. Zwischen Zitrusfürchten, Rooibospflanzen und Fynbossträuchern würde sich vermutlich niemand wundern, käme ein Dinosaurier um die Ecke. Der Boden ist massiver Table Mountain Sandstein. Als Teil des Cape Fold Massives hat der Swartberg dieselbe Geologie wie der ikonische Berg Südafrikas. Die alten Grenache und Palomino Reben auf Rüdigers Farm sind perfekt an die natürlichen Gegebenheiten angepasst und überstehen auch längere Trockenperioden. 

Vom Einfachen das Beste

Im Keller geht Rüdiger kompromisslos und wohl überlegt zu Werke. Auf jede Rebsorte und ihre jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt entscheidet er ob und wieviel er entrappt und in welchem Behältnis und Material er den Wein ausbaut. In seinem Keller stehen große Fuder, kleine Barriques, Tonamphoren und Gebinde aus Beton. Neuholz setzt er ganz bewusst ein, zum Beispiel bei seinem Pinotage. Seine Extraktionsmethoden erinnern an Teezeremonien. Schwefel setzt er minimal ein und filtert nur ganz behutsam. Einfach richtig gutes Handwerk. Unter dem Holism-Label füllt er je einen reinsortigen Grenache und Palomino von den alten Reben seiner Farm ab. Von zwei benachbarten Weingärten kommen Trauben, die in Weine des Miracle Bush-Label mit einfließen. Extrem spannende Terroirweine von Buschreben die das einzigartige Klima der besonderen Höhenlage perfekt einfangen.

Die Region Olifants River

Die Region gehört zu den bedeutendsten am Kap, nicht nur flächenmäßig. Auf den über 200 Kilometern von Citrusdal im Süden bis fast nach Namibia finden sich etwa 7000 Hektar Rebfläche. Olifants River gehört zu den wärmsten Weinbaugebieten Südafrikas. Ohne den “Elefantenfluss” wäre Weinbau hier gar nicht möglich, denn es ist eines der heißesten Gebiete des Landes. Bewässerung ist vielerorts vonnöten. Traditionell spielen Chenin Blanc und Colombard die Hauptrolle. Daneben gewinnen Sauvignon Blanc, Chardonnay, Shiraz, Cabernet Sauvignon und Pinotage zunehmend an Bedeutung. Nicht nur Wein gedeiht hier prächtig auch Rooibos für Tee, oder Früchte wie Zitronen. Innerhalb der Region liegen die Distrikte Citrusdal Valley und Citrusdal Mountain. An diesem Berg befindet sich auch der berühmte Ward Piekenierskloof, an der Spitze der weinrechtlichen Qualitätspyramide.  

Piekenierskloof

Wer von Citrusdal aus den Piekenierskloof Pass hinauf fährt, versteht schnell, warum diese Region lange kaum jemand auf dem Zettel hatte. In der kargen Landschaft sind die Straßen leerer und der Wind stärker. Weinbau findet hier – für Südafrika eher ungewöhnlich – auf 500 bis 800 Metern Höhe statt. Die Nächte bleiben trotz heißer Tage kühl, was die Trauben langsam reifen lässt und Frische in die Weine bringt. Geologisch gehört Piekenierskloof zu den alten Sandsteinformationen der Cape Fold Mountains, deren bekanntester Berg der ikonische Tafelberg ist. Die kargen Böden sind steinig und extrem durchlässig. Wasser ist rar. Alte Buschreben wurzeln tief im verwitterten Sandstein und liefern kleine Erträge mit enormer Konzentration. Lange verschwanden die Trauben anonym in Genossenschaften oder großen Blends. Eben Sadie zeigte das Potenzial dieser Region mit als Erster. Heute gilt Piekenierskloof als eine der spannendsten Cool-Climate-Regionen am Kap.

Rudiger Gretschels Konzept von Holismus!