Der große Irrtum der Weinbranche

Gen Z ist schuld an der Krise des Weins. So der Tenor, wenn man sich in der Presse umschaut. Ja, die Absatzmenge sinkt weltweit und besonders die Gen Z trinkt weniger Wein. Aber ist es so einfach, die Schuld nur bei einer Generation zu suchen? Und steckt in dieser Krise nicht auch eine Chance?

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Wer bist du, Riesling?
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Riesling, Wer bist du?

Es war der 7. November 1994, als im Spiegel ein Artikel erschien, in dem es hieß: »Mitten in der Lese brach es wie ein Hagelschauer über die Winzer herein. Noch während sie die letzten Trauben für ihre zuckerschweren Auslesen von den Rebstöcken schnitten, verdarb ihnen ein frisch gedrucktes Weinbuch die Freude am guten 94er Jahrgang. Seitdem laufen an Rhein und Mosel die Faxgeräte heiß.« Allein die Vorstellung, Faxgeräte könnten heiß laufen, deutet an, dass sich die Zeiten geändert haben. Es ist ja schließlich auch 25 Jahre her. Doch es hat sich noch viel mehr geändert. Nur was? Und worum ging es damals überhaupt?

Alter, bring mir mal was Neues
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Alter, bring mir mal was Neues

Als wir noch junge Sommeliers waren, da gab es in den Restaurants noch keine Weine aus Südafrika, Australien oder Neuseeland. Kalifornien war das Höchste der Gefühle. Aber selbst diese Weine waren sehr selten. Weintrinkern, die gutes Geld für ihre Weine ausgaben, konnte man damals nicht mal mit Penfolds Grange kommen. Und selbst heute werden Übersee-Crus meist nur dann geöffnet, wenn die Sommeliers diese Weine empfehlen, der Gast den Sommeliers vertraut und sich überreden lässt. Die Bereitschaft, Neues auszuprobieren, ist nicht allzu hoch.