Weinjünger auf dem Camino Portugues zu Albariño Königen
Dieses traumhaft gelegene Juwel unter den südafrikanischen Weingütern, liegt im Upper Hemel-en-Aarde Valley auf 1000 Meter Höhe, nur 5km vom eiskalten Südatlantik entfernt. Ein besonderer Platz im Kontext des südafrikanischen Weinbaus, auch weil es im Einzugsbereich der Walker Bay nur wenig Granitböden (hier mit Tonauflage) gibt. Dieses Terroir verfügt über ein forderndes Mikroklima, das zu den kühlsten am Kap gezählt wird. Einige Weinexperten vergleichen den Status von Restless River mit dem eines Grand Cru.
Wir beide hatten bisher ein sehr stressiges Leben in der Stadt und mussten zudem recht viel reisen. All das hat uns auf die Dauer nicht erfüllt. Wir brauchten etwas Realeres, wo wir Wurzeln schlagen können, unsere Kinder großziehen können und wieder mehr in der Natur sein können.

Wir haben uns Hemel-en-Aarde nicht ausgesucht, sie hat uns ausgewählt. Für mich ist es wie nach Hause kommen, da die Familie Wessels die ersten Europäer waren, die 1760 in diesem Tal lebten und Landwirtschaft betrieben. Unser Timing war einfach gut und wir waren zur rechten Zeit am rechten Ort. Wir haben hier bereits im Jahr 2004 gekauft, denn das wäre heute kaum noch machbar. Die Farm haben wir nach dem Fluss benannt, der durch das Hemel-en-Aarde Tal fließt, weil uns wichtig war, dass die Weine einen großen Bezug zu diesem besonderen Ort haben.
Die Umstellung war zum Glück gar nicht so schwierig, da wir alles Schritt für Schritt umgestellt haben. Aber wenn ich so darüber nachdenke: am Anfang war es schon anstrengend, tagsüber im Büro zu arbeiten und nachts und am Wochenende Wein zu produzieren. Da bleiben die Familie und viel Schlaf auf der Strecke. Wenn man aber für ein Thema so leidenschaftlich brennt, ist es eher ein Vergnügen und fühlt sich nicht mehr wie Arbeit an.

Ich habe in einer sehr kleinen Scheune angefangen, weil das alles war, was ich zu dem Zeitpunkt hatte. Man arbeitet mit dem was man hat. Heute, 18 Jahre später, arbeiten wir in einer Halle eines ehemaligen Bauernhofs. Sie ist zwar größer als die erste, aber immer noch recht einfach. Ich halte die Dinge im Weingut gerne bescheiden und konzentriere mich lieber auf die Weinberge. Inspirieren lasse ich mich vor allem von anderen kleinen Familienbetrieben, die bei Qualität und Service keine Kompromisse eingehen.
Als wir die Farm 2004 kauften, waren bereits fünf Hektar mit Chardonnay und Cabernet Sauvignon aus dem Jahr 1998 bepflanzt. Wir haben dann noch eine Fläche Pinot Noir gepflanzt. Wenn sie gut gemacht sind, sind das meine absoluten Lieblingsrebsorten. Für was anderes interessiere ich mich nicht wirklich… Es ist glaube ich gut zu wissen, was man mag und dann auch dabei zu bleiben. Mit jedem Jahrgang wird man besser und lernt dazu.
Es sind wohl eher Unsicherheit und Vorbehalte und weniger Vorurteile dem Cabernet gegenüber. Die Rebsorte passt angeblich nicht in das Marketingkonzept von Hemel-en-Aarde… Die Leute hielten mich für verrückt, denn anscheinend kann guter Cabernet Sauvignon nur aus den wärmeren Gebieten am Kap kommen. Aber was ist ein guter Cabernet? Ich ziehe einen zurückhaltenden, eleganten Weinstil vor und genau da passt unser Cabernet rein. Seit 2004 leiste ich in Hemel-en-Aarde Pionierarbeit für diese Rebsorte und werde damit auch nicht aufhören. „And hey, one can never forget that Cab is the ultimate King!“