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Ableger a.k.a Absenker

Der Ableger ist eine uralte Technik zur nichtgeschlechtlichen Vermehrung (a.k.a. Klonen) von Pflanzen. Dazu wird ein Trieb ohne ihn abzuschneiden etwas abseits von der Elternpflanze in den Boden geleitet (a.k.a. vergraben) und die Spitze so gebogen, dass sie wieder auf der Erde herausragt. So wächst der Trieb dann weiter, während der im Boden liegende Teil eigene Wurzeln ausbildet. Es entsteht schließlich eine vollständig autarke Tochterpflanze.

Solange, bis die Reben-Filiale auf eigenen Füßen beziehungsweise Wurzeln stehen kann, bleibt die Ursprungsverbindung bestehen. Mit dem Vorteil, dass das Töchterpflänzlein anfangs noch am elterlichen Tisch – sprich zum Teil auch von den Wurzeln der Elternpflanze – mitversorgt wird. Vor allem in längeren Trockenphasen ist das von großem Nutzen. Ältere Reben wurzeln tiefer und haben deshalb weniger Probleme mit der Feuchtigkeitsversorgung. Ist die neue Rebe dann aber stark genug, kann die Verbindung gekappt werden.

Eigentlich ein ganz einfaches Verfahren. Weshalb es auch jahrhundertelang gern und oft geübte Praxis zum Ersetzen oder Aufstocken von Reben in Weingärten war. Einen Haken hat der Absenker allerdings. Denn wegen der Reblaus fußen alle Reben im europäischen Weinbau auf sogenannten Unterlagsreben. Das heißt zwingend auch: Die Wurzel basieren auf einer anderen Genetik, als der Edelreiser, der auf sie gepfropft wurde. Letzterer ist es aber, der die Triebe bildet, aus denen dann neue Wurzeln hervorgehen.

Das Verfahren produziert also wurzelechte Reben. Hört sich im ersten Moment an, wie ein weiterer Vorteil. Allein: diese Reben sind so natürlich nicht mehr gegenüber der Reblaus resistent. Weshalb ihr Anbau EU-weit auch nicht gestattet ist. Und die Absenker so etwas wie illegitime Kinder ihrer Eltern sind.