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Petit Manseng

Kleine, dickschalige Beeren mit wenig Saft und dementsprechend knappen Erträgen. „Sexy“ geht bei Reben aus der Sicht eines Winzers ganz entschieden anders. Eine Rebsorte muss schon verdammt viel an weiteren Qualitäten zu bieten haben, wenn sie trotzdem angebaut werden will. Genau so eine Sorte ist die weiße Rebsorte Petit Manseng.

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts wurde der „kleine“ Manseng erstmals urkundlich erwähnt – und um der naheliegenden Frage zuvorzukommen: Ja, es gibt auch einen Gros Manseng. Er ist DNA-Untersuchungen zufolge direkter Nachkomme des kleinen, und zeichnet sich – wen wundert’s bei dem Namen – durch größere Beeren aus. Damit sollte er eigentlich sofort Winzers Liebling in der Manseng-Familie sein. Als feinere und hochwertigere Variante gilt aber trotzdem der kleinbeerige Elternteil.

Dessen Herkunft wurde, wenigstens zu Hälfte, durch die DNA-Untersuchungen auch geklärt. Er stammt vom —>Traminer (a.k.a. Savagnin Blanc) ab. Und damit der europäischen Rebsorte, die es an Nachkommen locker mit August dem Starken aufnehmen kann. Petit Manseng ist früh austreibend, aber mittel- bis spät reifend und sehr wuchskräftig. Er benötigt deswegen einen aufmerksamen und konsequenten Rebschnitt. Kernkompetenz der Sorte ist ihre Fähigkeit zur enormen Konzentration von Zucker in der Beere bei gleichzeitig weitgehendem Erhalt der Säure. Mit anderen Worten: Sie ist wie geschaffen zu Produktion von Süßweinen. Die Dickschaligkeit hilft obendrein. Denn sie macht die Sorte ausgesprochen Fäulnisresistent und ermöglicht so extrem späte Lesetermine. Und dadurch eine Konzentration des Saftes in der noch am Stock hängenden Traube – bei völlig gesundem Lesegut.

So entstehen Moste mit einem potentiellen Alkoholgehalt von 20% und mehr, die wegen ihrer frischen Säure trotzdem animierend und lebendig schmecken. Auch aromatisch hat der Petit Manseng einiges zu bieten: Meist ist es ein üppig gefüllter Korb exotischer Früchte wie Papaya, Mango oder Ananas, der dem Weinfreund aus dem Glas entgegen strömt. Sein Hauptverbreitungsgebiet ist Frankreichs Südwesten. Insbesondere im Jurançon ist er beliebt, er ist aber auch im Gaillac oder im Languedoc anzutreffen. Im Gegensatz zu vielen anderen alten Rebsorten ist seine Anbautendenz – 2016 waren es rund 1.300 Hektar – eindeutig steigend.