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Demeter

„Es ist kompliziert“ lautet ein beliebter Beziehungsstatus bei Facebook. Das Gleiche muss man auch feststellen, wenn es um die Bedeutung von Demeter für die Weinwelt geht.

Wobei das Wesentliche recht schnell erklärt ist: Demeter ist der Name einer Göttin aus der antiken griechischen Mythologie. Zuständig ist sie für Fruchtbarkeit von Erde, Getreide und Saat. Deswegen wurde nach ihr der älteste deutsche Bio-Anbauverband benannt. 1927 wurde dessen erster Vorläufer gegründet, seit 1954 gibt es den Demeter-Bund e. V. Einige der Mitglieder keltern zum Teil eben auch Wein.

Produziert wird nach biologisch-dynamischen Prinzipien. Das Konzept beruht im Kern auf Ideen des Anthroposophen Rudolf Steiner. Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz gehört dazu, die Betrachtung des Weinbergs als lebendiger Organismus und das Streben nach größtmöglicher Biodiversität. Die spezielle Aufmerksamkeit, die Demeter-Winzer Böden und Reben aber auch den werdenden Weinen im Keller widmen, bleibt nicht ohne Wirkung. Biologisch-dynamisch produzierte Weine (von denen es auch außerhalb des Demeter-Verbandes einige gibt) sind nicht selten merklich spannungsreicher, komplexer und individueller als konventionell produzierte Massenware.

So weit, so gut. Die Arbeit mit den biodynamischen „Präparaten“ (von Skeptikern gern auch als „Kackhörnchen“ bezeichnet) ist für evidenzbasierte Weinfreunde eine landwirtschaftliche Entsprechung zur Homöopathie – und wird gleichermaßen skeptisch betrachtet. Und spätestens, wenn vom „Einklang von irdischen und kosmischen Kräften“ und dem strikten Arbeiten nach dem Mondkalender die Rede ist, runzelt der streng naturwissenschaftlich orientierten Mitteleuropäer die Stirn.

Doch die tiefe Überzeugung von der Kraft und dem Einfluss des Mondes auf den Wein hat seit jeher auch jenseits der Bio-Dynamie viele Anhänger. Und auch der Skeptiker kommt nicht umhin festzustellen, dass nicht wenige der besten Weine dieser Welt nach „Biodyn“-Prinzipien produziert werden. Ob da tatsächlich Kausalitäten zu den teils eher esoterisch anmutenden Praktiken bestehen? Oder beruht die Qualität letztlich auf der besonderen Sorgfalt, die Biodyn-Winzer in ihrer gesamten Arbeitsweise auszeichnet? Angesicht einer überwältigenden Erfahrung, wie sie zum Beispiel ein Glas Richebourg von Leroy darstellt, kann das dem Weinfreund eigentlich auch völlig egal sein.

Neben dem demeter-Verband gibt es mittlerweile noch zwei weitere namhafte Interessensverbände, in denen sich biodynamisch arbeitende Winzer zusammengeschlossen haben. Der eine heißt Biodyvin und wurde in Frankreich gegründet und zählt vor allem französische Mitglieder. Der andere heißt respekt BIODYN, wurde in Österreich gegründet und umfasst vor allem Winzerinnen und Winzer aus deutschsprachigen Regionen.