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Kreidefelsen

Kreide ist eine Unterart des Kalksteins. Sie ist besonders hell und feinkörnig und in ihrer weichsten Form war sie lange das bevorzugte Wurfmaterial genervter Schullehrer. Heute wird die Schulkreide aus Kostengründen allerdings meist künstlich hergestellt. Es gibt aber auch deutlich härtere Kreidegesteins-Arten. Gemeinsam haben beide Varianten ihre poröse Struktur, die für hervorragende Drainage-Eigenschaften (a.k.a. Wasserabzug) sorgt.

Womit wir schon beim ersten von zwei Faktoren wären, die Kreidefelsen nicht nur für Maler der Romantik, sondern auch für Winzer ganz besonders interessant machen. Denn in einer Beziehung ist Vitis Vinifera (a.k.a. Weinrebe) dem Homo Sapiens (a.k.a. Mensch) sehr, sehr ähnlich: Auf nasse Füße kommt sie nicht so wirklich klar. Staunässe gilt es deshalb zu vermeiden – und auf Kreideböden geht das 1A. Der zweite wichtige Faktor, der Kreideböden für Winzer interessant macht, ist der relativ hohe pH-Wert. Auf basischen Böden gedeiht Wein besonders gut. Die Rebe schaltet dort prompt zuverlässig in den Trotzköpfchen-Modus und bildet besonders viel frische Säure.

Entstanden sind Kreidefelsen – kaum überraschend! – in der (oberen) Kreidezeit. Man findet sie in der gesamten nördlichen Hälfte des europäischen Kontinents. Ihre Basis bildet abgestorbenes organisches Material, größtenteils Einzeller aber auch größeren Strukturen mit Kalkskelett. Typischerweise ist in Verbindung mit Kreideböden oft auch —>Silex (a.k.a. Feuerstein) zu finden. Die bekanntesten Kreideformationen sind sicher die über Europa verstreuten, oft majestätisch nach oben ragenden Küstenfelsen – beispielsweise in Dover, Rügen, Ètretat oder Le Tréport in Frankreich.

Für den Weinliebhaber deutlich interessanter sind aber die auf Kreide basierenden Bodenstrukturen. Die Böden der Montagne de Reims und der Côte des Blancs in der Champagne werden von Kreide geprägt. Die bietet nicht nur den Reben Grund und Nährstoffe, sondern auch den Champagnerhäusern Obdach. In früheren Zeiten jedenfalls, als viele der Champagner-Keller sich noch in den vom Abbau der Kreide herrührenden Tunnel und Kavernen um Reims herum befanden.

Aber auch ganz im Süden von Europa findet sich Kreide als Grundlage für hervorragende Weine. Nämlich in der Gegend um Jerez in Spanien, wo eine sehr hoher Kreideanteil für die leuchtend weißen Albriza-Böden sorgt, auf denen die Trauben für den Sherry wachsen.