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Barolo

Im Jahr 1946 wurde in Italien die Monarchie per Referendum abgeschafft. Seitdem hat das Land nur noch einen König – den Barolo. König der Weine und Wein der Könige wird er in seiner Heimat seit jeher genannt. Und die Tatsache, dass die Italiener kein gekröntes Haupt aus Fleisch und Blut mehr haben, hat daran nichts geändert. Warum er so heißt, hat aber nicht nur mit seiner unbestrittenen Klasse zu tun, sondern auch, weil er bei der Krönung des ersten gesamtitalienischen Königs eingeschenkt wurde und sich dieser König um diesen Weintyp auch besonders verdient gemacht hat.

Der Barolo wächst im norditalienischen Piemont – und zwar genau da, wo im Herbst auch das wirklich gute Trüffelzeugs herkommt: in der Region um Alba. Gekeltert wird er aus Nebbiolo. Früher durfte auch ein wenig Barbera mit dazu – heute ist Barolo hundert Prozent sortenrein. Die Rebsorte Nebbiolo liefert sehr gerbstoff- und säurebetonte Moste. Obendrauf kommt die lange Maischestandzeit (der Zeitraum, in dem die Trauben Kontakt mit dem Most haben) – in der Region traditionell inklusive Stiel und Stängel. Beides zusammen ergibt dann das exakte Gegenteil von easy drinking: In jungen Jahren sind viele Barolo ähnlich angenehm wie eine Nacht auf einer Matratze aus Schleifpapier.

Großer Barolo braucht deshalb viel Zeit zur Reife – dafür ist er dann aber auch nahezu unsterblich. Für traditionellen Barolo galt daher immer: Am besten, man vergisst seine Flaschen erst mal für ein oder sogar zwei Jahrzehnte im Keller. Dann wird man mit einem Wein belohnt, der sich in Sachen Komplexität und Tiefe von keinem großen der Welt verstecken muss. Das Reifebedürfnis spiegelt sich auch in den Anbauvorschriften. Ein DOCG-Barolo muss mindestens 38 Monate (davon mind. 18 im Holzfass) reifen, eine Riserva gar 62.

Traditionell reift Barolo in großen Holzfässern. Moderne Weinmacher stecken ihn aber auch gern ins Barrique. Für Traditionalisten ist das ungefähr so schlimm, wie Cola ins Premier Cru zu kippen. Der vorteil aber ist eindeutig, dass die Weine früher trinkreif werden. Klassische Aromen bei beiden Varianten sind Pflaumen, Rose, Teer und Lakritze. Auch Kirschen, getrocknete Kirschen, Veilchen, Trüffel und Bitterschokolade sind typisch. Das Barrique fügt gern noch Vanille und Röstnoten hinzu. Traditionellen und modernen Barolo gemeinsam ist die granatrote Farbe. Besonders bei den klassisch vinifizierten Barolo ist sie typischerweise auffällig hell und erinnert an Pinot Noir.