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Chablis

Dem Chablis geht’s ein wenig wie der Pril-Blume, dem Pfeifenrauchen und der Herren-Langhaarfrisur: In den 1970ern und frühen 1980er-Jahren noch allgegenwärtig, sind sie heute meist nur noch bei Liebhabern des Besonderen zu finden. Dabei waren die —>Chardonnays von dort einmal der Inbegriff des trocken ausgebauten Weißweins. So sehr, dass die Region im Zuge des Markenschutzes Winzern anderer Länder verbieten lassen musste, ihre Erzeugnisse mit dem Begriff Chablis auf dem Etikett zu vermarkten.

Weinrechtlich gesehen gehört das Chablis als nördlichstes aller dortigen Anbaugebiete zum Burgund. Dabei liegt es – geographisch durch einen Gebirgszug vom Rest getrennt – der Champagne eigentlich näher als der Côte d’Or, näher an Sancerre als an Beaune. Als Region hat Chablis eine ebenso lange wie große Geschichte. Weinbau wird hier seit dem 2. Jahrhundert betrieben, lange Zeit war es das größte zusammenhängende Weinbaugebiet Frankreichs. Rund 40.000 Hektar – also ungefähr soviel wie heute das gesamte Burgund – umfasste die Rebfläche noch im 19. Jahrhundert. Reblaus, Mehltau und andere Katastrophen wie Frost und Hagel sorgten dann für einen dramatischen Niedergang. Gerade einmal 500 Hektar waren es dann noch Mitte der 1950er Jahre.

Seit dieser Zeit geht es langsam wieder aufwärts. Heute sind um das Örtchen Chablis und in 19 weiteren umliegenden Gemeinden wieder rund 4.500 Hektar bestockt. Man findet Aligoté und Pinot Noir in geringen Dosen, vor allem aber und sicher zu über 95 % Chardonnay – der einzigen für die AOP Chablis zugelassenen Rebsorte. Die vierstufige Qualitätspyramide zeigt klar die Zugehörigkeit zum Burgund. Die Basis und das Gros der Fläche bilden Chablis und Petit Chablis. Bei beiden ist der Ertrag auf 50 hl/ha begrenzt und eine Lagenangabe nicht erlaubt. Die Mitte mit rund 30 % der Jahresproduktion stellen die rund 40 Einzellagen und Lagengruppen der Premier Cru. Die Spitze der Pyramide wird von nur 100 Hektar der sieben Grand Cru Lagen unmittelbar nördlich der Stadt Chablis gebildet. Neben AOP-Chablis steht es den Winzern theoretisch frei, auch andere AOPs des Burgund, wie Bourgogne oder Bourgogne Aligoté zu verwenden. Was aber angesichts des höheren Status’ von Chablis nur selten genutzt wird.

Geologisch wird das Chablis vom Ton/Kalk-Gemisch Kimmeridge geprägt. Dessen Kalkanteil sorgt für die zitrusfruchtige frische Säure, die den Chablis neben seinen grünen Reflexen im Glas unverkennbar macht. Mit dem auch nur rund 100 Kilometer entfernten Sancerre an der Loire teilen viele erstklassige Chablis die Mineralität und ein klares Feuerstein-Aroma.

Vollernter oder Handlese, Gärung und Ausbau im Edelstahltank oder Barrique – die Spanne der Produktionsmethoden im Chablis ist vielfältig. Insgesamt tut man dem Gebiet aber kein Unrecht, wenn man feststellt: Das meiste, was im Chablis entsteht ist ein wenig old fashioned, im besten Falle allerdings auf höchstem Niveau klassisch, wenn man zum Beispiel an Weine von Raveneau oder Dauvissat denkt. Doch muss man betonen, dass sich inzwischen auch hier eine junge Garde von Produzenten auf den Weg macht. Sie eint unter anderem eine neue, deutlich zurückhaltendere Praxis beim Gebrauch von Schwefel oder Herbiziden. Es scheint dabei kein Zufall, dass einige – wie beispielsweise Phillipe Pacalet oder die Domaine Remoissenet Père et Fils diese neue Sicht der Dinge von außerhalb des Gebiets in das Chablis hineintragen.