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Chardonnay

Chardonnay rules the world! Deutsche Rieslingfreunde hören es nicht gerne, aber international ist die auf natürliche Weise entstandene Kreuzung aus Heunisch und Pinot eindeutig King: Chardonnay ist die weltweit mit Abstand meistangebaute Edelrebsorte für Weißweine. Woran liegt’s? Die Sorte ist sehr flexibel und wächst in fast jedem Klima und auf fast jedem Bodentyp. Ob da dann immer was Gescheites herauskommt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall hat er vom französischen Burgund aus die Welt erobert und wächst in nahezu jedem Land, in dem nennenswert Wein erzeugt wird. In Österreich gibt es eine eigene Variante namens Morillon, und in Deutschland wird seit der offiziellen Zulassung 1994 auf inzwischen über 2.000 Hektar Chardonnay angebaut.

Im Keller ist der Chardonnay wandlungsfähig wie ein Chamäleon. Man kann aus ihm einfache frisch-fruchtige Tischweine produzieren, aber auch schwere und komplexe Spitzenqualitäten, für die dann auch mal vierstellige Beträge fällig werden können – und zwar pro Flasche! Massenweinhaltung im Edelstahltank funktioniert genauso wie Luxuslagerung im Barrique. Die besten Ergebnisse liefert der Chardonnay auf kalk- oder kreidehaltigen Böden. In Burgund oder Chablis wird er dafür reinsortig ausgebaut, in der Champagne ist er wichtiger Bestandteil der klassischen Cuvées oder reinsortige Grundlage der Blanc des Blancs. Auch edelsüßer Chardonnay geht: Seine Anfälligkeit für Botrytis macht’s möglich.

Ähnlich vielfältig wie die Bedingungen, unter denen Chardonnay wächst und ausgebaut wird, ist auch seine Aromatik. Häufige Aromen sind Honigmelone, Birne oder leicht grüner Apfel. Aber auch Zitrone oder exotische Früchte sind nicht untypisch. Hat der Chardonnay einen BSA (biologischer Säureabbau) durchlaufen, werden sie ergänzt von den typisch buttrigen Noten. Bei Spitzenchardonnays ist eine abschließende Runde zur Reifung im Barrique quasi obligatorisch. Dort kommen dann noch Aromen von leicht gerösteten Haselnüssen oder Mandeln, Vanille und oft auch rauchige Noten obendrauf.

Wenige weiße Rebsorten vertragen BSA und Ausbau im Barrique so gut wie der Chardonnay. Bedingung dafür sind allerdings qualitativ hochwertige, voll ausgereifte Trauben. Sonst ergeben sich so nur grotesk überwürzte Wein-Karikaturen mit leichter Restsäure und penetrantem Holzgeschmack. Davon gibt es leider eine ganze Menge – ein Grund für den mäßigen Ruf, den der Chardonnay bei manchen Weinfreuden vor allem in den USA hat. In den 1990ern lautete deren Antwort auf die Frage, was man trinken möchte, häufig: ABC – anything but Chardonnay. Die spannenden und oft sehr komplexen Weine, die entstehen, wenn sich Anhänger der Naturwein-Bewegung mit der Rebsorte beschäftigen, könnten von diesen Belanglosigkeiten kaum weiter entfernt sein.